Your Daily Connector #131 vom 18.05.2021

your daily connector May 18, 2021

 

Die andere Seite der Medaille

Der Schatten taucht in vielen psychologischen und philosophischen Betrachtungsweisen unseres Seins auf - sehr bekannt ist hierbei die Darstellung durch den Schweizer Psychologen C.G. Jung.

Größter Teil in dieser Erklärung ist das große "Ich-Bewusstsein", und entspricht damit dem, einem steten Wandel unterliegendem Selbstbild.

Dieses orientiert sich an verschiedenen Leuchttürmen, wie zum Beispiel, der Selbstwahrnehmung, der Fremdwahrnehmung, aber auch am Idealbild.

Daraus entsteht einerseits die "Persona", quasi die Theatermaske und auch der persönliche Schatten, jener Teil im Unterbewusstsein, der, trotz scheinbarer Abschottung, einen regen Einfluss auf unsere Haltungen und Handlungen hat.

 

Der Trickster

Durch das Dilemma bzw. das Gegensatzproblem unserer komplexen Welt, werden manche Teile des Erlebten im Bewussten verankert, deutlich mehr Anteile jedoch im Unbewussten aufgehoben und abgespeichert. Sie melden sich gerne als tiefere Beweggründe, als tiefere Moral, als dunkle Motivation.

Im Zuge unserer Bewusstwerdung vom Säugling zum Erwachsenen kommt es somit laufend und unvermeidlich zu Abspaltungen gewisser Selbst/Persönlichkeits-Anteile - zum Beispiel durch möglicherweise gesellschaftsinkompatibler Tendenzen der eigenen Sichtweisen und Ansinnen und Handlungen.

Gerade in nativen Geschichten übernimmt gerne der Trickster diesen Anteil des Menschseins und macht ihn erfahrbar.

 

Nicht böse aber unbewusst

Ist der Schatten der bewussten Kontrolle entzogen, kann er affektvoll und störend dem Ich-Bewusstsein dazwischenfunken. 

Doch nicht alles im Schatten ist böse, er kann sogar sehr fruchtbare Impulse liefern, wie zum Beispiel normale Instinkte, zweckmäßige Reaktionen, wirklichkeitsgetreue Wahrnehmungen, schöpferische Impulse ...

Wirklich "dunkel" wird es erst durch Verdrehungen, Verzerrungen, Negieren und missbräuchlichen Deutungen. Wie zum Beispiel der Projektion des eigenen Schattens auf andere.

 

Ans Licht holen

... heisst mit dem Licht des Bewusstseins in den Schatten zu leuchten. Das bin auch ich. Und hinterfragen, was dieser Aspekt eigentlich möchte ... was ist seine wahre Absicht?

Dann lässt er sich nach und nach ins Gesamtbild integrieren.

Und agiert nicht mehr unbewusst, sondern steht unter bewusster, wohlwollender Beobachtung.

Nicht nur C.G. Jung sieht die reife Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten als zentralste und gewinnbringendste Selbst-Reflektions-Arbeit im menschlichen und vielleicht auch gesellschaftlichen Reifeprozess. 

 

Hast du den Begriff Schattenarbeit schon mal gehört?

Martin von Ganzwärts

 

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